Werkangaben
Titel: „L’Artiste (nach einem Gemälde von Picasso)“
Technik: Kugelschreiber auf Papier
Jahr: ca. 1993, Skizzenbuch 02, Berlin
Die Johnson & Johnson Services Inc., ein multinational agierender US-amerikanischer Konzern mit Sitz in New Jersey, war über viele Jahrzehnte hinweg Anbieter eines talkumbasierten Körperpflegeprodukts mit der Bezeichnung „Johnson’s Baby Powder“. Das Produkt wurde weltweit vermarktet – primär zur Anwendung im Bereich sensibler Hautpartien bei Säuglingen, Kindern und Erwachsenen.
Im Zuge mehrerer tausend zivilrechtlicher Verfahren, die insbesondere in den Vereinigten Staaten geführt wurden, rückte der Verdacht in den Fokus, dass das im Produkt verarbeitete Talkum in Teilen mit Asbestfasern verunreinigt war – konkret mit Chrysotil, einer Substanz, die von internationalen Fachgremien als krebserregend für den Menschen eingestuft ist.
Symbolfoto
Interne Unternehmensunterlagen, die im Rahmen gerichtlicher Offenlegungspflichten publik wurden, lassen den Schluss zu, dass eine unternehmensinterne Kenntnislage bezüglich der potenziellen Kontamination spätestens seit den 1970er-Jahren bestand. Weder eine unmittelbare Produktwarnung noch eine Rückrufmaßnahme wurde in diesem Zeitraum öffentlich bekannt gemacht.
Die Folgen waren umfangreich. Über 60.000 Klägerinnen und Kläger führten Verfahren gegen das Unternehmen. Erkrankungen wie Ovarialkarzinome oder Mesotheliome standen im Zentrum der Auseinandersetzung. Mehrere Geschworenengerichte entschieden zugunsten der Klägerseite. Im Jahr 2024 wurde ein Vergleich in Höhe von 8,9 Milliarden US-Dollar erzielt. Das Unternehmen erklärte dabei ausdrücklich, dass es kein Verschulden einräume.
In den Folgejahren wurde das Produkt zunächst vom nordamerikanischen Markt, später global zurückgezogen. Die deutsche Tochter des Konzerns vertreibt weiterhin kosmetische Produkte – unter anderem unter der Marke Penaten, die vom Skandal selbst nicht betroffen war.
Der Pharmariese und Impfstoffhersteller Johnson & Johnson war im Anschluss an den Rückzug des talkumbasierten Babypuders auch im Rahmen internationaler Gesundheitskampagnen tätig. Die Frage, inwieweit vergangene Unternehmensentscheidungen bei der späteren öffentlichen Bewertung eine Rolle spielten, wurde nicht vertieft.
Insgesamt liegt mit dem Babypuder-Komplex ein gut dokumentierter Fall vor, der über Jahrzehnte hinweg eine Vielzahl medizinischer, rechtlicher und kommunikativer Schnittstellen berührte – ohne dabei jemals eine nennenswerte Unterbrechung der operativen Geschäftstätigkeit herbeizuführen.
Der Vorgang ist abgeschlossen. Die Zahl der Betroffenen lässt sich nur schätzen.
Juristische Untersuchungen & Gerichtsverfahren
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Reuters Special Report (2018) – “J&J knew for decades that asbestos lurked in its Baby Powder”
Eine tiefgreifende Investigation anhand interner Dokumente mit Belegen zur Asbest-Kontamination und dem Verschweigen gegenüber Behörden und Öffentlichkeit.
🔗 https://www.reuters.com/investigates/special-report/johnsonandjohnson-cancer/ youtube.com+15reuters.com+15reuters.com+15 -
Reuters (2025‑04‑01) – “US judge rejects J&J’s $10 billion baby powder settlement”
Bericht über die Ablehnung eines 10‑Milliarden‑Vergleichsversuchs und aktuelle gerichtliche Vorgänge.
🔗 https://www.reuters.com/sustainability/boards-policy-regulation/us-judge-rejects-jjs-10-billion-baby-powder-settlement-2025-04-01/ reuters.com+2reuters.com+2en.wikipedia.org+2 -
Reuters (2018) – “After damaging Reuters report, J&J doubles down on talc safety message”
Darstellung der Unternehmensverteidigung gegen die Vorwürfe und Reaktionen nach der Investigation.
🔗 https://www.reuters.com/article/business/after-damaging-reuters-report-jj-doubles-down-on-talc-safety-message-idUSKCN1OU168/ voanews.com+15reuters.com+15reuters.com+15 -
Reuters (2023‑08‑12) – “J&J has enough support from claimants for $6.5‑billion talc settlement”
Update zum Status der Sammelklagen und Konsens unter Klägern im Vergleichverfahren.
🔗 https://www.reuters.com/legal/jj-has-enough-support-claimants-65-billion-talc-settlement-bloomberg-2024-08-12/ reuters.com+2reuters.com+2reuters.com+2 -
Reuters (2024‑10‑15) – “J&J must pay $15 million to man who says its talc caused his cancer”
Beispielhafte Jury-Entscheidung – $15 Mio. Strafe an einen Kläger mit Mesotheliom-Diagnose.
🔗 https://www.reuters.com/legal/jj-must-pay-15-mln-connecticut-man-who-says-its-talc-gave-him-cancer-jury-finds-2024-10-15/ youtube.com+15reuters.com+15reuters.com+15
Wissenschaft & Regulierung
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FDA Press Release (2025‑01) – “FDA Proposes Rule to Require Standardized Testing Methods for Detecting and Identifying Asbestos in Talc‑Containing Cosmetic Products”
Offizielle US‑Regulierungsvorlage zur Asbesttestpflicht für Talkprodukte.
🔗 https://www.fda.gov/news-events/press-announcements/fda-proposes-rule-require-standardized-testing-methods-detecting-and-identifying-asbestos-talc apnews.com+4fda.gov+4fda.gov+4 -
AP News (2024‑12‑26) – “FDA proposes new testing rules to ensure cosmetics are asbestos‑free”
Ergänzende Pressemitteilung zur FDA-Regel und Hintergrundinformationen zum Skandal.
🔗 via AP News voanews.com+3apnews.com+3apnews.com+3 -
FDA (Website) – Titel: “Talc” – Übersicht zu amtlichen Tests von kosmetischem Talk auf Asbest seit 2021.
🔗 https://www.fda.gov/cosmetics/cosmetic-ingredients/talc jnj.com+3fda.gov+3apnews.com+3
Internationale Medien
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The Guardian (2018) – “Shares of Johnson & Johnson slip after talc asbestos claims”
Bericht über Aktienrutsche und öffentliche Wahrnehmung in Großbritannien nach Reuters-Ermittlung.
🔗 über The Guardian asbestos.com+12theguardian.com+12reuters.com+12 -
Time / Associated Press (2019) – “California Jury Awards $29 Million to Woman Who Says She Got Cancer from Johnson & Johnson Baby Powder”
Beispiel für ein gerichtliches Urteil gegen J&J und Einordnung des Falls im längerfristigen Kontext.
🔗 über Time asbestos.com+9time.com+9
Symbolfoto